Geschichte des Chorgestühls

 

 

1678 – 1693

 

Unter Prior Johannes Bilstein beschloss der Konvent die       Neuanfertigung eines Chorgestühls

Ca.200 Eichen  werden in Buxheimer Waldungen geschlagen und gelagert

 
       
  1687 – 1691 Der Bildhauer Ignaz  Waibl aus Grins in Tirol schafft gemeinsam mit seinen Gesellen in vier Jahren das Chorgestühl. Die Schreinerarbeiten werden von Meister Peter aus Memmingen gefertigt.
Das Gestühl bestand ursprünglich aus 36 Chorstühlen, je 15 auf beiden Seiten und je drei links und rechts vom Eingang.
 
       
  02. Mai 1883 Der Gesamtbesitz des Grafen Hugo von Waldbott-Bassenheim wird gepfändet.  
       
  14. Sept. 1883

Um die zwangsweise Versteigerung zu vermeiden lässt der Graf den gesamten Kunstbesitz auf einer Auktion in München versteigern.

Das Chorgestühl wechselt für 42 100 Mark den Besitzer. Es ist nicht bekannt, wer das Chorgestühl ersteigert hat.
 
       
  Sommer 1886 Das Chorgestühl wird in London erneut zur Versteigerung angeboten. Der damalige Direktor der Bank von England erwarb es für 3500 Pfund und schenkt es den Schwestern des St.Saviours Hospital in London.  
       
  1888 18 Chorstühle werden in der Kapelle aufgestellt und dem Zeitgeschmack entsprechend mit schwarzem Bootslack gestrichen. Das übrige Chorstühl wird u.a. zu einem Altar und zu Lesepulten umgearbeitet.  
       
  1963

Das Hospital muss dem Straßenbau weichen. Der Konvent zieht nach Hythe in die Grafschaft Kent.

Die Oberin Cathleen Bush besucht Buxheim und lässt die neue Kapelle in den Maßen des Buxheimer Priesterchors errichten. Das Chorgestühl wird hier wiederum in veränderter Form aufgebaut.

 
       
  1979 Die Schwestern geben Krankenhaus und Kirche auf. Das Auktionshaus Sotheby`s schätzt den Wert des Chorgestühls auf 450 000 Pfund Sterling und wird mit dem Verkauf beauftragt.  
       
  26. Juni 1980

Nachdem der Freistaat Bayern in der Kürze der Zeit keine Kaufentscheidung treffen kann, entscheidet der schwäbische Bezirkstagspräsident Dr. Georg Simnacher, dass der Bezirk Schwaben als Käufer antritt.

 
       
  28. Juli 1980

Der Bezirkstag von Schwaben stimmt dem Kauf mit 20 : 3 Stimmen zu.

 
       
  06. August 1980 Bezirkstagspräsident Dr. Simnacher unterzeichnet den Kaufvertrag. Das Chorgestühl wird für 450.000 Pfund Sterling = 2.065.441 DM = 1.056.000 EUR erworben.  
       
  04. Dez. 1980 Das Chorgestühl kehrt nach 97 ½ Jahren nach Buxheim zurück.  
       
  24. Mai 1981 Das Chorgestühl wird vorläufig aufgestellt und eingeweiht. Die Oberin Cathleen Bush wird Ehrenbürgerin von Buxheim.  
       
  07. Feb, 1982 In einer ersten Restaurierungsphase wird der schwarze Lack entfernt. 1986 war diese Arbeit vollendet. Es wurden 3500 Liter Äthylalkohol verwendet.  
       
  1987 – 1992 Die Kartausenkirche wird grundlegend renoviert. Die Arbeiten am Chorgestühl ruhen in dieser Zeit.  
       
  08. Mai 1992 Beginn der zweiten Restaurierungsphase.
Der Chor der Kartausenkirche wird zur Bildhauerwerkstatt. Wegen der in England vorgenommenen Veränderungen konnten nicht mehr alle Teile verwendet werden; es wurden einige Teile nachgeschnitzt. Für die Ergänzungen wurden 8 cbm Eichenholz benötigt.
 
       
  10. März 1993

Die Beteiligten entscheiden, das Chorgestühl in der ursprünglichen Form wieder aufzustellen und hierfür den Lettner wieder zu schließen.

 
       
  24. Juni 1994 Am 910. Jahrestag der Gründung des Kartäuserordens findet die feierliche Benediktion durch den Bischof von Augsburg, Dr. Viktor Josef Dammertz, statt.  
       
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