Eine der bedeutendsten Niederlassungen der Kartäuser war die Kartause Buxheim. Gegründet im Jahr 1402, wurde sie nicht nur durch ihre Größe, ihre spirituelle Kraft und ihre kostbare Bibliothek sowie ihre Kunstschätze berühmt, sondern auch durch ihre einzigartige Rechtsstellung als Reichskartause. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts stand sie unter dem Schutz des Kaisers.

Vor allem in der Zeit des Barock erlebte sie eine Blütezeit. Kunstwerke von europäischem Rang entstanden: das Chorgestühl von Ignaz Waibel, ebenso die Kirchenbauten und Ausstattungen durch die Brüder Dominikus und Johann Baptist Zimmermann. Buxheim verfügt mit der Kartausenkirche, der Pfarrkirche und der Annakapelle über drei Sakralbauten dieser bedeutenden Künstlerfamilie.

Mit Aufhebung der Klöster durch die Säkularisation im Jahr 1803 kam 1812 auch für die Kartäuser in Buxheim das Ende. Die Mönche wurden pensioniert, die jüngeren zu Weltpriestern ausgebildet.

Nach der Aufhebung der Kartause kam Buxheim im Jahr 1812 in den Besitz der Grafen von Waldbott-Bassenheim und wurde deren gräfliche Residenz. Aufgrund eines teilweise aufwendigen Lebensstils und ungeeigneter Wirtschaftsverwalter geriet „Schloss Buxheim“ in Schwierigkeiten. 1883/84 konnte der Ruin nur durch den Verkauf der Bibliothek und wertvoller Kunstschätze wie des Chorgestühls hinausgeschoben werden. 1916 mussten Teile der ehemaligen Kartause und der Güter an den bayerischen Staat sowie an Gemeinde und Bewohner veräußert werden.

Nach dem Tod des letzten Buxheimer Grafen 1926 erwarben die Salesianer Don Boscos einen Teil der Klosteranlage. Sie schufen mit dem „Marianum“ eine Ausbildungsstätte für angehende Ordensangehörige und Priester. Seit 1996 untersteht das Gymnasium dem Schulwerk der Diözese Augsburg.

Der Heimatdienst Buxheim e.V. betreut seit 1975 Kreuzgang und die verbliebenen Zellen, mittlerweile auch Kirche und Bibliotheksgebäude als Museum. Das 1980 aus England zurückgekehrte Chorgestühl zählt zu den herausragenden Schätzen.

 

  Zeittafel Kartause Buxheim Buxheim Kartause