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Pfarrkirche Buxheim

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Pfarrkirche Buxheim

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul

Über die Entstehung der Buxheimer Pfarrkirche gibt es keine historischen Aufzeichnungen. Ein Kupferstich aus dem Jahr 1693 und ein Stuckrelief von Dominikus Zimmermann in der Kartause belegen die Existenz einer romanischen Ortskirche. Vermutlich fällt der Bau der ersten Pfarrkirche in die Endzeit der Romanik, also in die Zeit zwischen 950 und 1150.
Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die baufällig gewordene Kirche renoviert. 1402 hatte Probst Heinrich von Ellerbach die Pfarrei mit ihrer Kirche an das neu gegründete Kartäuserkloster übergeben. Um 1420 wurde die berühmte Tonmadonna in der Pfarrkirche aufgestellt. Buxheim entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort. Unbekannt ist, wann die romanische Kirche durch einen gotischen Anbau erweitert wurde. Im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche unter Prior Bernhard Klump neu erbaut. Zu Beginn des 18.Jahrhunderts war die Pfarrkirche erneut baufällig. Prior Georg Stock erteilte 1726 dem damals bereits bekannten Baumeister Dominikus Zimmermann den Auftrag für den Bau einer Barockkirche. Am 2. Oktober 1729 erfolgte die Konsekration.

Als Frühwerk Zimmermanns und unmittelbare Vorgängerin von Steinhausen, der „schönsten Dorfkirche der Welt“, zeigt Zimmermann bereits Ansätze und Elemente (z.B. Fenster, Gesimse, Stuck), die in seinen späteren Kirchen zur vollen Reife gelangten. Das Äußere, insbesondere die Westwand als Hauptfassade, ist reich gegliedert und hervorragend gestaltet. Charakteristisch sind die dreigeteilten Fenster, typisch auch die vereinfachten Kapitelle und das umlaufende Architravband. Der ursprüngliche Zwiebelturm wurde bei der Renovierung 1872 durch den jetzigen Pyramidenhelm ersetzt.

Im Gegensatz zu Zimmermanns späteren Kirchenbauten wirkt der Innenraum eher zurückhaltend. Die Wandgliederung mit Doppelpilastern, die Gesimsgestaltung und die Zusammenstellung der Fenster sowie die Kappengewölbe zeigen eine kraftvolle, aber nie bedrückende Architektur. Die Kapitelle gelten als eine der edelsten Schöpfungen seiner Zeit. Die Stuckierung der Kirche stammt von Zimmermann selbst. Die Ornamente künden schon das Rokoko an. Erstmals verwendete er Gitterwerk mit eingestreuten Blumenrosetten.
Die Fresken im Gewölbe, Szenen aus dem Leben Marias, und das Bild im Hochaltar, die Schlüsselübergabe an Petrus, schuf Franz Georg Hermann (1692 – 1768) aus Kempten. Damit sollte der Patron der Buxheimer Kirche seinen Platz im Gotteshaus finden. Paulus, der zweite Patron, ist im Auszug des Hochaltars dargestellt. Der Altar wird eingerahmt von den zwei Figuren Josef und Johannes dem Täufer, beides Werke von Anton Sturm, der auch die Barbarafigur im rechten Seitenaltar und das Kreuz an der Nordwand geschaffen hat.
Das kostbarste Kunstwerk der Buxheimer Pfarrkirche bildet ohne Zweifel die Terrakotta-Madonna am linken Seitenaltar, vermutlich aus einer Augsburger Werkstatt um 1420. Aus derselben Zeit stammt auch die Pieta am rechten Seitenaltar, die dem „weichen Stil“ zugerechnet wird. Die Figuren an der Kanzel, die vier Evangelisten und der Salvator mundi, sind Werke von Johann Georg Reusch aus dem Jahr 1727, von dem auch die Putten und Engel am Hochaltar stammen. Die mechanische Orgel mit 17 Registern wurde 1994 in Anlehnung an Orgeln des 18. Jahrhunderts in den Orgelprospekt eingebaut, den 1750 der Ottobeurer Orgelbauer Joseph Zettler errichtet hat.